Faszination Handwerk e.V. | Leonhardimarkt
Nach den ruhigen und besinnlichen Tagen Allerheiligen und Allerseelen bringt das Bauernjahr am 6. November noch einen festlichen Höhepunkt. In Altbayern wird viel Mühe aufgeboten, um einem Heiligen die Reverenz zu erweisen, der dem Bauernstand so eng verbunden ist wie kein anderer: Sankt Leonhard.
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Leonhardimarkt

Leonhardiritt

„Der bayerische Herrgott“

Nach den ruhigen und besinnlichen Tagen Allerheiligen und Allerseelen bringt das Bauernjahr am 6. November noch einen festlichen Höhepunkt. In Altbayern wird viel Mühe aufgeboten, um einem Heiligen die Reverenz zu erweisen, der dem Bauernstand so eng verbunden ist wie kein anderer: Sankt Leonhard.
Als einziger führt er im Volksmund den Ehrennamen „Bayerischer Herrgott“, was ihn sogar aus der Reihe der 14 Nothelfer heraushebt, zu denen er vielfach gezählt wird.
In Frankreich wurde er zum Patron der Gefangenen erklärt, die unschuldig im Kerker waren. In Deutschland wurde der heilige Leonhard erst im Mittelalter bekannt und verehrt. Im Jahre 1184 weihte der Abt von Tegernsee im nahen Kreuth eine der ersten Leonhardikirchen im altbayerischen Raum. Die Verehrung des Heiligen als Schutzherr der Gefangenen war viele Jahrhunderte ungebrochen. Seine heutige Wertschätzung genießt Sankt Leonhard als Patron des Viehs, besonders der Pferde. Der Wechsel vom Gefangenen- zum Viehpatron geht bis auf das 17.Jahrhundert zurück. Wahrscheinlich wurde die Gefangenenkette vor 300 Jahren als Viehkette gedeutet, zumal sich der Bauer stets gegen alle Krankheiten im Stall einen zuverlässigen Schutzherrn suchte.
Aus dem großen Vertrauen für den Heiligen mit der Kette ist der Brauch entstanden, an seinem Namenstag mit Pferden zu einer Leonhardikapelle zu ziehen. In Kreuth lässt sich dieser Brauch bis zum Jahre 1469 zurückverfolgen. Ähnliche Pferdewallfahrten entstanden auch in Bad Tölz, Fischhausen am Schliersee und Hundham bei Fischbachau.
Frisch gestriegelt, Mähne und Schweif mit Blumen durchflochten, werden die Pferde am frühen Morgen herausgeputzt und ziehen die prächtigen, geschmückten Truhenwagen durch die Orte. Die Frauen und Mädchen in ihren Festtrachten sitzen auf diesen, meist mit religiösen Motiven bemalten Wagen, die in den Wochen zuvor nach altem Brauch mit grünen Girlanden und Blumen geschmückt wurden. Die Männer reiten entweder im Zug mit, oder haben meist alle Hände voll zu tun, die Pferde und ihre Gespanne sicher durch die Zuschauermengen zu führen. Die Ortsgeistlichen lesen in der Leonhardikapelle eine Messe zu Ehren des Viehpatrons und segnen danach alle Pferde und Reiter. Mit dieser Zeremonie geht der offizielle Teil der Leonhardifahrten zu Ende, die vielen Gäste und Teilnehmer verteilen sich auf die verschiedenen Wirtshäuser, wo der „bayerische Herrgott“ auch beim Leonharditanz noch gebührend gefeiert wird…

LEONHARDIMARKT IM HISTORISCHEN HASENÖHRLHOF IN GEITAU

03. - 05. November 2017

Freitag 12.00 – 17.00 Uhr - Sa. + So. 10.00 – 17.00 Uhr

Eintritt 3.- Euro

Kinder unter 14 Jahren Eintritt frei.

Mit dem Auto

Von München kommend über die Autobahn München-Salzburg fahren Sie Richtung Salzburg, nehmen die Ausfahrt Weyarn und fahren Richtung Bayrischzell. In Geitau beim Hasenöhrlhof sind Parkplätze ausgewiesen. Beachten Sie bitte die Umleitungen wegen der Leonhardifahrten!

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln

Fahren Sie mit der BOB Richtung Bayrischzell und geniessen einen Spazierweg von etwa 7 Minuten von der Bahnstation Geitau zum Hasenöhrlhof.

Adresse

Geitau 5, 83735 Bayrischzell